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Liederwegen folge ich|Auf der Spur durch Land und Zeit|Und ich frag mich|Kann es eine Richtung geben?

Zwölftel Blick - Oktober

Jetzt haben wir ja Herbst auf der ganzen Linie. Ich habe einen der letzten schönen Tage für das Bild gefunden. Für mich hat der Monat ja mit dem Konzert begonnen und das war ein echtes Highlight.
Wie geht es weiter? 
Natürlich mit den nächsten Liedern und dem zweiten Album. Ganz viele Geschichten sind noch nicht erzählt und wollen von mir entdeckt werden.

Diesmal gib es wieder ein Gedicht von Erich Kästner, der für mich einer der ganz großen Poeten des letzten Jahrhunderts ist.

Der Oktober

Fröstelnd geht die Zeit spazieren. 
Was vorüber schien, beginnt. 
Chrysanthemen blühn und frieren. 
Fröstelnd geht die Zeit spazieren. 
Und du folgst ihr wie ein Kind.

Geh nur weiter. Bleib nicht stehen. 
Kehr nicht um, als sei's zuviel. 
Bis ans Ende musst du gehen. 
Hadre nicht in den Alleen. 
Ist der Weg denn schuld am Ziel?

Geh nicht wie mit fremden Füßen, 
und als hätt'st du dich verirrt. 
Willst du nicht die Rosen grüßen? 
Laß den Herbst nicht dafür büßen, 
daß es Winter werden wird.

An den Wegen, in den Wiesen 
leuchten, wie auf grünen Fliesen, 
Bäume bunt und blumenschön. 
Sind's Buketts für sanfte Riesen? 
Geh nur weiter. Bleib nicht stehn.

Blätter tanzen sterbensheiter 
ihre letzten Menuetts. 
Folge folgsam dem Begleiter. 
Bleib nicht stehen. Geh nur weiter. 
Denn das Jahr ist dein Gesetz.

Nebel zaubern in der Lichtung 
eine Welt des Ungefährs. 
Raum wird Traum. Und Rauch wird Dichtung. 
Folg der Zeit. Sie weiß die Richtung. 

"Stirb und werde!" nannte er's.

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