Unterwegs auf der Donau – südlich von Budapest

 

 

 

 

 

Bewaldete Ufer wechseln mit kleinen Orten und am Himmel ziehen nur ein paar Schleierwolken dahin. Der Fluss hat seine eigene Zeit. Sie vergeht nicht und bleibt nicht, sie ist einfach da. Die Donau ist glatt wie ein Spiegel nur ab und zu kräuselt ein leichter Wind das Wasser.
Der Tag beginnt früh, es ist um fünf Uhr schon hell. Es scheint schon Sommer zu sein und ich spüre eine große Ruhe.

Zwölftel Blick – April

An solch einem Tag muss Eduard Mörike sein Gedicht geschrieben haben. Der erste richtige Frühlingstag in diesem Jahr, der seinen Namen auch verdient. Sonne, blauer Himmel, diese Temperaturen und eine endlich erwachte Natur. An einem solchen Tag bekommen die Gedanken Flügel. Ich hatte in letzter Zeit den Kopf nicht wirklich frei und musste mich mit zu vielen anderen Dingen beschäftigen. Glücklicherweise gibt es immer wieder Menschen, die mir den richtigen Weg zeigen. Er liegt eigentlich direkt vor mir, aber ich bin manchmal zu blind, um ihn wirklich zu sehen.
Aber nicht heute.
Im nächsten Konzert will ich ja Lieder aus Irland und Schottland spielen. Und natürlich will ich bis dahin noch ein paar neue schreiben, die zum Motto passen: Sound of the Islands.
Eine Liebeserklärung an Irland habe ich ja schon. Die für Schottland fehlt noch. Ich stelle mir ein Pub irgendwo in den Highlands vor. Die Luft ist voll vom Kaminrauch und Pfeifenqualm und vielen Stimmen. Vor der offenen Tür versinkt gerade die Sonne hinter den Bergen und taucht die Landschaft ein ein mystisches Licht. Das ist der richtige Ort und die richtige Zeit, um alte Geschchten zu hören.
Die von Tam Lin, der von der Feenkönigin entführt wurde, als er während einer Jagd vom Pferd stürzte. Am Tag muss er die Wälder von Carterhaugh bewachen und in der Nacht wieder ins Feenland zurückkehren. Er würde so gerne wieder in die Welt der Menschen zurückkehren. In der Nacht von Halloween, wenn das Feenvolk ausreitet, gelingt es der schönen Janet, ihn endlich zu erlösen.

Märchen, die wie wahre Geschichten oder wahre Geschichten, die wie Märchen klingen. Wer kann das wirklich wissen? Ich werde im nächsten Lied ein paar davon erzählen.

Zwölftel Blick – März

Durch das Konzert am vergangenen Samstag bin ich erst jetzt zum nächsten Zwölftel Blick gekommen. Eigentlich hatte ich gehofft, jetzt ein tolles Frühlingsbild präsentieren zu können. Aber der eisige Ostwind hat Kälte gebracht und Schnee und so schnell wird es wohl nicht wärmer werden. Vielleicht sollte ich den Frühling mit einem neuen Lied herbeisingen? So eines mit Sehnsucht nach warmer Luft, die schon am Morgen über das Gesicht streicht? Wo die Abende im Freien endlos scheinen und die Zeit langsamer zu vergehen scheint?
Ja, vielleicht sollte ich das wirklich machen.

Verborgene Schönheit – Die Schwäbische Alb zum Träumen und Schwelgen

Die Schwäbische Alb zum Träumen und Schwelgen

Ich habe dieses Buch als Geburtstagsgeschenk bekommen und war sofort davon begeistert. Die schwäbische Alb ist keine Landschaft, die sich dem Betrachter sofort erschließt. Erst wenn man sich darauf einlässt und Zeit darin verbringt, lässt sich ihr Zauber spüren.
Der Titel „Verborgene Schönheiten“ hat für mich eine doppelte Bedeutung. Er bezieht sich gleichermaßen auf das Buch und die grandiose Landschaft der Alb selbst.
Ich habe Thomas Faltin gefragt, ob ich sein Buch hier auf meiner Website vorstellen darf und er hat sofort ja gesagt. Er schreibt: „Ganz herzlichen Dank für Ihren Brief – über Ihren Zuspruch habe ich mich sehr gefreut. Danke dafür! Wenn ich mir Ihre schönen und sehr gefühlvollen Lieder anhöre, so habe ich den Eindruck, dass Ihrer und mein Blickwinkel auf die Welt doch ganz ähnlich sind. Es sind eben die leisen Töne, die zählen. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn Sie mein Buch auf Ihrer Website vorstellen. Und vielleicht laufen wir uns ja auch einmal über den Weg.“
Ja, das mit dem Blickwinkel auf die Welt ist mit Sicherheit so. Das habe ich beim Blättern in Thomas Faltins Buch sofort gespürt. Hier ist ein paar Zitate daraus:
„Nebel – Nur einige Meter weit reicht die Welt. wenn Nebel über den Wiesen und in den Wäldern steht. Dann ist es still auf der Alb und auf den Wassen tanzen weiße Gestalten ins Nichts hinein. Horch ihnen nach und geh ein paar Schritte, hinüber ins andere Sein“
Oder auch der Satz: „Einfach sein – So viele Dinge, die erledigt werden wollen und immer kommen neue hinzu. Leider ist es wahr: Meistens sind wir getrieben, werden wir gemacht, werden wir gelebt. Draußen in der Natur dürfen wir einfach sein“
Das spricht mir direkt aus der Seele.
Und, Thomas Faltin, wenn Sie mögen und Ihnen der Weg nach Böblingen nicht zu weit ist, sind Sie bei meinem nächsten Konzert am 10. März ganz herzlich willkommen.