Zwölftel Blick – April

An solch einem Tag muss Eduard Mörike sein Gedicht geschrieben haben. Der erste richtige Frühlingstag in diesem Jahr, der seinen Namen auch verdient. Sonne, blauer Himmel, diese Temperaturen und eine endlich erwachte Natur. An einem solchen Tag bekommen die Gedanken Flügel. Ich hatte in letzter Zeit den Kopf nicht wirklich frei und musste mich mit zu vielen anderen Dingen beschäftigen. Glücklicherweise gibt es immer wieder Menschen, die mir den richtigen Weg zeigen. Er liegt eigentlich direkt vor mir, aber ich bin manchmal zu blind, um ihn wirklich zu sehen.
Aber nicht heute.
Im nächsten Konzert will ich ja Lieder aus Irland und Schottland spielen. Und natürlich will ich bis dahin noch ein paar neue schreiben, die zum Motto passen: Sound of the Islands.
Eine Liebeserklärung an Irland habe ich ja schon. Die für Schottland fehlt noch. Ich stelle mir ein Pub irgendwo in den Highlands vor. Die Luft ist voll vom Kaminrauch und Pfeifenqualm und vielen Stimmen. Vor der offenen Tür versinkt gerade die Sonne hinter den Bergen und taucht die Landschaft ein ein mystisches Licht. Das ist der richtige Ort und die richtige Zeit, um alte Geschchten zu hören.
Die von Tam Lin, der von der Feenkönigin entführt wurde, als er während einer Jagd vom Pferd stürzte. Am Tag muss er die Wälder von Carterhaugh bewachen und in der Nacht wieder ins Feenland zurückkehren. Er würde so gerne wieder in die Welt der Menschen zurückkehren. In der Nacht von Halloween, wenn das Feenvolk ausreitet, gelingt es der schönen Janet, ihn endlich zu erlösen.

Märchen, die wie wahre Geschichten oder wahre Geschichten, die wie Märchen klingen. Wer kann das wirklich wissen? Ich werde im nächsten Lied ein paar davon erzählen.

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